Der neue Duden kommt mit neuem Denglisch

Es ist wieder so weit. Der Duden-Verlag gibt eine überarbeitete und modernisierte Ausgabe des Dudens heraus. Auch wenn unter den 5000 neuen Wörtern, Begriffe wie Flüchtlingskrise, Lügenpresse oder Willkommenskultur den Einzug in die 27. Auflage schafften, wurden auch diesmal wieder viele unnötige Anglizismen wie Fake, Fake-News, Undercut oder Work-Life-Balance aufgenommen. Anstelle auf Qualität zu setzen, setzt man bei der Duden-Redaktion scheinbar nur auf Quantität.

Im Jahr 2013 wurde von den VDS-Mitgliedern der Duden zum Sprachpanscher des Jahres gewählt. Es ist nicht auszuschließen, dass er nächstes Jahr zum 2. Mal diese Auszeichnung erhält. Der Sprachpanscher wird seit 1998 vergeben.


 

Aktion der Nürnberger Stadtbibliothek
„Anstoß - Ein Buch für jeden Schulanfänger“

Bereits zum neunten Mal bekamen am 05.07.2017 Schulanfänger im Rahmen der Aktion „Anstoß - Ein Buch für jeden Schulanfänger“ ein Erstlesebuch geschenkt.


Der Bürgermeister der Stadt Nürnberg, Dr. Klemens Gsell, stellt das Buch „Achtung, die Motz-Monster kommen“ vor.


Mit dieser Aktion leistet die Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg einen wichtigen Beitrag, die Leselust von Kindern zu fördern und damit einen guten Start für den weiteren Bildungsweg zu ermöglichen.


Dana Becker, Stiftungsvorstand der Manfred Lochner Stiftung, HypoVereinsbank, zusammen mit den Erstklässlerinnen und Erstklässlern

Finanzielle Unterstützung erhält die Aktion „Anstoß – Ein Buch für jeden Schulanfänger“ vom Verein für Deutsche Sprache e.V., der Geld aus der Manfred Lochner Stiftung in dieses Leseförderprojekt investiert. Der Stiftungszweck der Manfred Lochner Stiftung sieht neben der Förderung der politischen Bildung auch den Erhalt der deutschen Sprache vor.



Das Projekt „Anstoß“ kann mit Spenden an die Manfred Lochner-Stiftung unterstützt werden:

Manfred Lochner-Stiftung, IBAN: DE44760200700382516249, Verwendungszweck: „Anstoß“

Bilder: Mit freundlicher Genehmigung des Bildungscampus Nürnberg


Unterschriftenaktion 2016:
Nürnberger Land „OUTDOOR- und Genussregion“


Denglische Werbetexte gibt es viele. Jetzt hat das Nürnberger Land seinen eigenen, mit Steuergeldern finanzierten, hanebüchenen Werbespruch:



Unterschriften an den Landrat übergeben



Die Unterschriftensammlung gegen die braunen Autobahnschilder „Nürnberger Land – Outdoor- und Genussregion“ in der Region Mittelfranken ist abgeschlossen. Am 23. November 2016 konnte Regionalleiterin Annette Scheil mehr als 1.000 Unterschriften dem Nürnberger Land, Herrn Landrat Armin Kroder, übergeben. Gebeten wurde von den Unterzeichnern und dem VDS ein Umbenennen der Schilder in „Nürnberger Land – Freizeit und Genussregion“.

In sehr angenehmer Atmosphäre betonte Herr Kroder, welche Beweggründe für die „Outdoorregion“ vorherrschten. Er und alle zusätzlichen Entscheider sprechen mit Outdoor eine Zielgruppe an, die das Wort genau so versteht wie er, nämlich Outdoor beinhalte alles: Wandern, Rudern, Klettern usw. Er meint weiter, dies alles könne man mit dem Wort Freizeit nicht deutlich genug ausdrücken.

Annette Scheil wies darauf hin, dass es sich bei Wandern, Rudern, Klettern normalerweise immer um Freizeitaktivitäten handelt und es unmöglich scheint, gleichzeitig am Arbeitsplatz seine Brötchen zu verdienen und outdoor zu Wandern. Vergnügungen, Erholung, Sport und Spiel betreiben die meisten Ausflügler nun mal in ihrer Freizeit.

Ein weiteres Argument von Herrn Landrat war der Hinweis, „Outdoor“ zeige bei Google 1,8 Mrd. Ergebnisse und „Freizeit“ nur ca. 140 Mio. und somit wäre „Outdoor“ schon in den deutschen Wortschatz übergegangen. Annette Scheil erwähnte bei der Gelegenheit, dass genau aus solchen Gründen 2013 Duden zum Sprachpanscher gewählt wurde. Nur weil ein Wort wie Outdoor (Handy, cool usw.) in der deutschen Rechtschreibung nach Duden und zahlenmäßig stark bei Google zu finden ist, wird es deswegen nicht deutscher.

Außerdem bat Annette Scheil darum, den Bekanntheitsgrad einer Sache, Person oder eines Wortes wie Outdoor nicht mit einem Beliebtheitsgrad zu verwechseln. O-ton von Annette Scheil: „Dieter Bohlen besitzt auch einen Bekanntheitsgrad von 97 %, Beliebtheitsgrad?“. Schmunzeln bei allen Beteiligten.

Herr Kroder versprach, unser Anliegen ernst zu nehmen und betonte, dass das Landratsamt, er und seine Mitarbeiter stets bemüht sind, Anglizismen zu vermeiden. Annette Scheil konnte dies bestätigen, denn den Beweis liefert die Netzseite


Anmerkung zu „Outdoor“: Wenn man im Netz nach diesem Begriff sucht, findet man auch Dinge, die nichts mit Freizeitaktivitäten zu tun haben und trotzdem mit „Outdoor“ betitelt werden. Beispiel: „Outdoor“-Überwachungskamera, „Outdoor“-Lampen (fest montiert), „Outdoor“-Kissen, „Outdoor“-Sitzsäcke, „Outdoor“-Teppiche, usw.. In diesen Fällen würde man vielmehr von „Außen“ sprechen.



Bamberger Symphoniker nur noch „extraordinary“?

Mit „extraordinary city. extraordinary orchestra.“ hat auch bei den Bamberger Symphonikern die „deutsche sprachliche Unterwürfigkeit“ Einzug gehalten. So wirbt man seit ein paar Jahren nur noch mit diesem englischen Spruch. Zu einer zumindest deutsch/englischen Variante sieht man bei der Intendanz der Bamberger Symphoniker und dem Bayerischen Kultusministerium keine Veranlassung.

Kontakt zu der Intendanz der Bamberger Symphoniker:

Konzerthalle Bamberg
Intendant Marcus Rudolf Axt
Mußstraße 1
96047 Bamberg

intendanz(at)bamberger-symphoniker.de

 


 

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Der Anglizismen-Index